Winterliche Wurzelsuppe auf Couscous

Das nächste Gericht weckt bei mir immer Sehnsüchte nach meiner Heimat. Ich weiß nicht genau, warum. Vom Geschmack und der Würzung her geht sie zwar in Richtung Nahosten, aber sie gehörte in meiner Kindheit nicht zu meinen Lieblingsspeisen. Ich lernte sie etwas später kennen und fing erst in meinen späten 20ern an, sie selber zuzubereiten, und seitdem habe ich sie immer wieder etwas angepasst, verbessert und verfeinert. Aber es kann sein, dass der Ursprung der Sehnsucht eher metaphorisch ist, denn diese Speise besteht fast ausschließlich aus Wurzeln.

Regionale Zutaten

Das ist eine reichhaltige und dicke Suppe aus verschiedenen Wurzelgemüsen, die man über eine warme Portion Couscous oder Bulgur gibt. Diese Art Servieren mag ich sehr gerne. Es muss nicht unbedingt Couscous oder Bulgur sein (s. Anmerkung 1 unten), aber ich finde sie am passendsten. Sie könnte natürlich auch als reine Suppe genossen werden, ohne “Unterlage”. Bei den Anmerkungen unten findet Ihr auch Anpassungsvorschläge.

Trotz der nahöstlichen Eigenschaften der Suppe besteht sie fast nur aus regionalen Zutaten. Insofern ist sie nicht nur lecker und tröstend, sondern auch umweltfreundlich und gut fürs Gewissen.

Winterliche, regionale Wurzelsuppe auf Couscous

  • Portionen: 5-6
  • Zubereitungszeit: 30 Minuten
  • Kochzeit: 25-35 Minuten

Zutaten

  • 1 große Zwiebel oder 2 kleine, grob geschnitten
  • 2 große rote und/oder gelbe Beten, oder 3-4 kleine, in Würfel geschnitten (ich empfehle, mindestens eine rote Bete zu verwenden - die gibt der Suppe eine wunderschöne tiefe Farbe)
  • 2 Möhren (orange, gelbe oder lila), in Würfel geschnitten
  • 1 große Pastinake oder 2 kleine, in Würfel geschnitten
  • 1 kleiner Selleriekopf, in Würfel geschnitten
  • 3-4 Topinambur, in Würfel geschnitten
  • 200 g. Tofu (optional geräuchert) oder Seitan (Anm. 2), in Würfel geschnitten
  • 1 EL Tomatenmark
  • Zitronensaft aus 1 Zitrone (optional)
  • Gewürze: 1 EL Gemüsebrühe (Pulver); 1 TL Salz; schwarzer Pfeffer; 1/2 TL Zimt: 1/2 TL Kreuzkümmel; 3-4 ganze Nelken; 1 TL rote Paprika.
  • Optional: 4-5 Blätter Minze
  • Für das Bett: 1 große Tasse (300 ml, ca. 230-250 g) Couscous oder Bulgur (fein oder grob, nach Geschmack); 1 EL Kokosöl (optional)

Zubereitung

  1. In einem Topf (3-5 Liter; Anm. 3) die Zwiebel 3-4 Minuten mit etwas Bratöl auf mittlerer Hitze anbraten.

  2. Die roten/gelben Beten dazutun und weiter 3-4 Minuten umrühren und anbraten.

  3. Alle anderen Wurzeln und den Tofu/Seitan dazugeben und weiter umrühren und anbraten.

  4. Etwa 1,2 Liter Wasser im Wasserkocher kochen.

  5. Das Tomatenmark mit etwas heißem Wasser und den Zitronensaft in einer Tasse oder Schale vermischen.

  6. Die Tomatenmark-Zitronensaft-Mischung in den Topf gießen und gut umrühren.
    Dieser Saft trägt selber schon Geschmack bei, aber noch wichtiger: Weil er säurehaltig ist, "reinigt" er den Boden des Topfes und löst noch mehr Geschmack in die Suppe aus.

  7. Die Gewürze dazugeben und das heiße Wasser in den Topf gießen.

  8. Gut umrühren, auf kleine Hitze stellen und ca. 25-35 Minuten kochen lassen, bis die Wurzeln gar, aber noch bissfest sind (nicht zerkochen!). Tipp: Die rote Bete benötigt die längste Kochzeit. Wenn sie schon weich genug ist (aber nicht zu weich!), ist die Suppe fertig.

  9. Während die Suppe kocht, den Couscous oder Bulgur zubereiten. Das Verhältnis ist 1 zu 1,5: Die 1 Tasse Couscous mit 1,5 Tassen heißem Wasser mit etwas Salz in einen kleinen Topf geben, gut umrühren, abdecken und einweichen lassen. Grober Bulgur benötigt eventuell ein paar Minuten Kochen.

  10. Servieren: Das Kokosöl mit dem Couscous gut vermischen; 3-4 Löffel Couscous in einen tiefen Teller tun; darauf die Wurzeln mit etwas Flüssigkeit verteilen; warm genießen.

Anmerkungen

  1. Statt Couscous oder Bulgur als Unterlage kann man auch Reis, Hirse, Buchweizen etc. verwenden.
  2. Tofu oder Seitan dienen auch als Eiweißquelle, und dadurch wird die Suppe zusammen mit dem Couscous zu einem Hauptgericht bzw. zu einer fast kompletten Mahlzeit. Man kann darauf verzichten und die Suppe als Beilage bzw. Vorspeise verzehren.
  3. Die Mengenangaben sind nicht ganz genau, und ein 3-Liter-Topf könnte schon etwas knapp sein. Man kann natürlich einen größeren Topf verwenden, aber ich möchte unbedingt empfehlen, nur so viel Wasser zu verwenden, dass alle Zutaten gerade bedeckt sind , damit die Suppe dick und sämig wird.
  4. Noch eine schöne Variante wäre, die Suppe mit Klößen zu servieren, aber das wird noch in einem künftigen Rezept kommen.
  5. So wie viele andere Suppen schmeckt auch diese Suppe am nächsten Tag noch besser, wobei einige Wurzeln etwas zu weich werden, also nicht mehr so bissfest sein könnten.

Ursprünglich aus Israel, wohne in Berlin seit 2013. Koche seitdem ich ungefähr 9 war, und Veganer seit 2011. Außer Kochen und darüber Schreiben bin ich Fan von Kunst, Musik, Filmen, Literatur, Fotografieren, Geschichte (habe sie auch studiert) und Katzen. Besonders Katzen.

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